Samstag, 1. August 2015

Anreise und Ausfahren nach Vent

Mit dem Auto von Graz nach Sölden zum Ötztalcamp als Vorbereitung des Ötztal Marathons Ende August – mit fixem Startplatz! Nach sechs Stunden Autofahrt Check In im Hotel Alpina das sehr auf Radsportler ausgerichtet ist.

Gleich danach rauf aufs neue weiße Colnago V1 R und Fahrt ins Bergsteigerdorf Vent. Herrliche Auffahrt bei gutem Wetter. Das Bergsteigerdorf ist mittlerweile eher ein Hoteldorf, wohl sehr anders als seinerzeit in der der Nähe der Ötzi nach 5000 Jahren im Gletscher gefunden wurde.

Vent

Nach sehr schöner, schneller Abfahrt herrliches Abendessen mit bester Qualität und danach die passende Lektüre. Reinhold Messner: Über Leben. Ein tolles Buch, ein tolles Leben.

Sonntag, 2. August 2015

Rauf auf den Gletscher

Nach dem wunderbaren Frühstück bei guten Temperaturen und leichtem Nieselregen rein ins Ötztal bis Obergurgl. Dort geht es nicht mehr weiter, außer man fährt weiter vorne rauf aufs Timmelsjoch nach Italien. Aus den Bergbauernhöfen sind mittlerweile Fünfstern-Hotels geworden, geprägt vom Wintertourismus. Aber auch im Sommer ist viel los, vor allem Mountain Biker – ganz anders als viele Schiorte in den französischen Alpen die im Sommer oft völlig ausgestorben sind.

Und dann gehts rauf auf die beiden Gletscher. Abfahrt bei gutem Wetter, nur etwas Nieseln, keine Kälte. Zum Rettenbachgletscher geht es 12km und 1400 Höhenmeter rauf. Also ein Schnitt von über 10% und weniger wird’s wirklich nie. Die Auffahrt ist wunderschön, stets entlang von rauschendem Wasser und Steinwüsten. Oben dann leider die Seilbahnstation und riesige Parkplätze.

Abfahrt Tiefenbachgletscher

Ist man ganz oben am Rettenbachgletscher gehts kurz wieder runter und dann 1,7 km durch den höchsten Verkehrstunnel in den Alpen wieder ordentlich bergauf. Am Ende des Tunnels wartet dann die höchste asphaltierte Strasse der Alpen mit über 2.800 Metern. Je nach Messung kämpft sie um diesen Titel mit dem soeben geschafften Rettenbachgletscher!

Die Abfahrt wird dann mit drei Grad ordentlich kalt, regnerisch und nebelig. Das Regengewand samt langen Handschuhen hilft hier – die Hose bleibt aber die selbe kurze wie bei 35 Grad.

Rettenbachgletscher

 

Montag, 3. August 2015

Pitztalrunde

Abfahrt bei Kaiserwetter raus aus dem Ötztal in Richtung Ötz und dann zum westlich parallel verlaufenden Pitztal mit etwa 7000 Einwohnern. Dort dann weg von der Hauptverkehrsroute in herrliche hügelige Nebenstrassen bis zur Ortschaft Schön.

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Das Fahren in der Gruppe funktioniert wunderbar, tolles Gefühl kilometerlang 20 Zentimeter hinter dem zweimaligen Sieger der Österreichrundfahrt zu fahren. Das Tempo meist ordentlich. Ab Kilometer 80 wurden die letzten 30 Kilometer freigegeben und dann wurde es richtig schnell.

Im Hotel wartet am Nachmittag gleich nach der Ankunft herrliche Pasta mit Salat!

Dienstag, 4. August 2015

Sehr schneller 210er

Start in Sölden über Buchener Sattel nach Garmisch von dort über Fernpass zurück. Klingt sehr einfach, war aber sehr schnell und deshalb wirklich hart.

Am Fernpass sehr langer Stau wegen Strassensperre um ordentlich Mähen zu können. Wir fahren aber vorbei und haben dann nach der Sperre die ganze Abfahrt keine Autos. Sonst allgemein sehr viel Verkehr.

Das spannende ist weniger die Strecke als das was wir daraus machen. Wirklich tolles Fahren in der Gruppe aber immer auf Zug und wirklich schnell. Trotz der 2.300 Höhenmeter auf den 210 Kilometern ein Schnitt von über 30 km/h. Im Flachen fahren wir immer einen guten 40er. Weniger als sieben Stunden im Sattel – länger wäre leichter gewesen.

Immer Kaiserwetter nur die letzten 30 Kilometer dann aufkommendes Gewitter. Die waren aber auch sonst ziemlich hart.

Hätte nicht gedacht, einmal so lange so schnell zu fahren.

 

Mittwoch, 5. August 2015

Regeneration bei Kaiserschmarrn

Nach gestriger sehr schnellen 210er Runde nach Garmisch gibt’s heute einen Regenerationstag bei Kaiserschmarrn und Kaiserwetter in Vent auf knapp 2000 m.

Danach noch kurzer Anstieg nach Rofen zu Österreichs höchstgelegene Bergbauernhöfe auf 2004 Meter. Auch hier gibts ein Viersternhotel.

 

Donnerstag, 6. August 2015

Die erste Hälfte des Ötztalers

Wir fahren heute die erste Hälfte des Ötztalers mit Start in Sölden bis ins Südtiroler Sterzing. Gleich nach den ordentlichen Frühstück gehts bei Kaiserwetter wieder durch das Ötztal bis Ötz. Dort beginnt der wunderschöne Anstieg aufs Kühtai.

Das hat ordentliche Rampen, Wildpferde und Kühe auf der Strasse.

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Die Durchfahrt durch Innsbruck ist beeindruckend, vor allem der Blick auf die Bergisel Schanze und die Stadt. Die 38 Kilometer lange Auffahrt auf den Brenner wird schnell gefahren ist aber doch eher der Transfer nach Italien. Oben erwartet und dann weniger eine Passhöhe als ein LKW-Parkplatz.

Nach der Abfahrt nach Sterzing sind wir in Südtirol angelangt und übernachten in einem Gasthof bei sehr guten Tortellini und Pizza.

Die ersten beiden Anstiege des Ötztalers haben wir nach 130 Kilometern und 2500 Höhenmetern gut und sehr zügig geschafft, eigentlich würde ich gerne auch gleich die beiden anderen fahren. Die behalten wir aber für morgen auf.

Freitag, 7. August 2015

Die zweite Hälfte des Ötztalers

Heute gibt es zwar weniger Kilometer, dafür 3000 Höhenmeter um von Südtirol zurück nach Sölden zu fahren. Oder besser: zu Klettern, das dafür wieder bei Kaiserwetter.

Der Jaufenpass ist wunderschön zu fahren. Die Abfahrt hat epische Länge und endet  in St. Leonhard bei brütender Hitze.

Dort beginnt der legendäre 29 Kilometer lange Anstieg aufs Timmelsjoch. Zunächst noch moderat dann ordentlich und nach einer kurzen Flachstrecke beginnen die Serpentinen.

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Erst zwei Tunnels weisen auf die nahende Passhöhe hin. Doch dann ist es klar: außer einem überschaubaren  Gegenanstieg kommt nur mehr die Abfahrt nach Sölden.

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Der vierte Pass ist geschafft, gemeinsam mit unserem Guide, dem zweifachen Sieger der Österreichrundfahrt und Rekordhalter für die Auffahrt auf den Großglockner, Gerrit Glomser.

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Samstag, 8. August 2015

Das Ötztal Camp geht zu Ende

Das wunderbare Camp endet wie es vor sieben Tagen begonnen hat. Mit einer Fahrt nach Vent. Diesmal aber nicht am Abend nach der Ankunft, sondern am Morgen vor dem letzten Frühstück und der Rückfahrt nach Graz. Oben gibt es einen herrlichen Espresso.

Für mich war es ein Camp der Superlativen. Sehr starke Gruppe, mit Gerrit Glomser ein super spannender Guide –  das erste mal mit einem Profi gefahren und viele interessante Einblicke in das Profileben bekommen. Ein Hotel, das voll auf Radrennfahrer eingestellt ist und eine hervorragende Küche hat.

099-150808_SöldenUnd auch noch viel gefahren: 723 Kilometer, 13.612 Höhenmeter, über 29 Stunden im Sattel. Und ganz viele super schöne Anstiege. Von den beiden Gletschern auf 2800 Metern bei drei Grad und Regen bis zum Timmelsjoch eine Woche später auf 2500 Metern und 27 Grad bei Kaiserwetter.

Jetzt gilt es Daumenhalten, dass das Wetter zum Ötztaler in drei Wochen ähnlich schön ist und bis dort hin nichts passiert!

Das ist Franz. Eigentlich unser Busfahrer. Als er am ersten Tag neben mir beim Essen saß, war ich mir nicht ganz sicher ob er auch mit dem Rennrad mitfährt. Als er mir sagte, dass er unser Busfahrer sei, war ich insgeheim ein wenig erleichtert. Sind die Strecken doch sehr schwer und die Fahrer sicher sehr schnell. Dann erzählte er mir, dass er zum Radsport erst mit 40 Jahren kam. Er war vorher selbständiger Holzarbeiter, die vielen Verletzung des bis dahin ausgeübten Fussballsports beeinträchtigten ihn jedoch bei seiner Arbeit. Außerdem war er immer an die Trainingszeit der anderen gebunden. Also stieg er vom Ball aufs Rennrad um. Auch am nächsten Tag saß er statt im Bus am Rad. Zunächst fuhr er unauffällig in der Gruppe mit. Als die letzten 40 Kilometer freigegeben wurden spürte ich nur mehr einen Ruck neben mir. Franz fuhr nicht nur mir, sondern auch den allermeisten anderen ordentlich um die Ohren. Mit seinen siebenundsechzig Jahren.

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