Drei Anstiege in Andalusien

Im September auf Europas höchste Strasse

Der Pico de la Veleta ist mit seinen 3.400 m Europas höchste mit dem Rennrad befahrbare Straße. Immerhin geht es fast 1.000 m höher rauf als am Großglockner. Die Anfahrt von Granada ist traumhaft und führt bis auf 2.500 m in das Schigebiet der Sierra Nevada. Dann kommt ein Schranken und die Rennradfahrer sind unter sich. Knapp zwei Kilometer vor dem Gipfel endet der Asphalt und Mountainbike-Erfahrung wird nützlich – nur die letzten 100 m muß das Rennrad getragen werden. Dafür ist man nicht nur am Pass, sondern am wunderschönen Gipfel.

Die 50 km lange Abfahrt entwickelt sich ein wenig zum Eiertanz – das Leihrad wackelt und die neu gekauften Schuhe sind eine Nummer zu klein. Die Airline hat das gesamte Gepäck samt Rad beim Hinflug verloren.

‚Dafür ist man nicht nur am Pass, sondern am 3.400 m hohen Gipfel‘

 

‚Am Carla Alto fährt man durch das wunderschöne Nichts‘

Am Calar Alto warten auf über 2.000 m fünf große Spiegelteleskope. Die gleichmäßige Steigung über 23 km zum Pass war schon mehrmals der Teil der Vuelta – der Spanienrundfahrt. Der Verkehr ist nicht gering, sondern fehlt völlig. Man fährt rauf und runter durch das wunderschöne Nichts. Heute wieder mit dem eigenen Rad – die Airline hat das Gepäck mittlerweile gefunden.

 

‚Einer der steilsten Anstiege Spaniens‘

Die ersten 14 km auf die Sierra de la Pandera führen gleichmäßig bergauf. Doch dann kommt wieder einmal ein Schranken dessen Durchfahren dem Öffnen der Büchse der Pandora gleichkommt – alle Probleme dieser Welt scheinen plötzlich friedlich vereint auf einen zuzukommen. Einer der steilsten Anstiege Spaniens führt kilometerlang im ordentlich zweistelligen  Bereich bis zu einem simplen Tor als Einfahrtssperre in das Militärlager. Es ist geschmückt mit südspanischen Gebetsfahnen – oder so etwas ähnlichem.

 

‚Das mittelalterliche Granada gilt bis heute als Beispiel einer multikulturellen Gesellschaft‘

Im Jahr 711 wurde Granada von den Mauren erobert – nordafrikanische Berberstämme die von den Arabern islamisiert wurden übernehmen die Herrschaft von den Westgoten. Jahrhunderte lang lebten Moslems, Christen und Juden weitgehend friedlich im Süden Spaniens zusammen. Bist heute gilt diese Zeit als Beispiel für eine multikulturelle Gesellschaft. Die katholischen Könige Isabella und Ferdinand übernahmen 1492 die Macht und es kam zu einem Pogrom gegen alle Nichtchristen, verbunden mit Zwangsumsiedelungen. Bis heute ist die Alhambra als Sitz der islamischen und christlichen Herrscher ein tief beeindruckender Zeitzeuge.