Fahrt ans Meer von Graz nach Duino

Abfahrt um 4:00 und dann 370 km durchgefahren ...

Am Vortag bereiten wir die Verpflegung für die 13 Stunden lange Fahrt vor. Reis mit Früchten, Riegel, Elektrolytgetränke. Für den Transport müssen diesmal nicht die Trikotaschen reichen. Drei Damen steuern unsere Begleitfahrzeuge und bringen uns am Sonntag wieder von Duino nach Graz zurück.

Treffpunkt ist pünktlich um 3:30, Abfahrt um 4:00. Keiner jammert, dass es doch ein wenig früh, finster und wie im April halt so üblich auch ziemlich kalt ist. Sondern: wann fahren wir endlich los? Und dann geht im Dunklen mit einigen kleinen Radlampen gleich ordentlich die Post ab. Schließlich wollen wir ja noch heute ankommen.

Dreizehn Stunden später tun wir das auch. In einer wunderbaren Osteria direkt gegenüber der Burg von Duino. Duschen und dann zum lang ersehnten Abendessen. Einfach großartiger Salat, Pasta, Branzino, Erdäpfel und Polenta, gefolgt vom Apfelstrudel.

 

Als Kinder brauchten wir beinahe gleich lange ans Meer, aber mit dem Auto.

Und jetzt ist das alles wieder da, durch die wunderschöne Unmittelbarkeit des Rennradfahrens.

Start in Raaba bei Graz und dann ab die Post Richtung Dobl, über die Pack und den Griffen nach Tarvis. Hier werden Erinnerungen an die Kindheit wach: Einkauf von Gewand, Pasta und Wein in der italienischen Grenzstadt, gefolgt vom heimlichen Schmuggel über die Grenze. Heute rast man einfach auf der Autobahn vorbei – keine Grenze, kein Ort, keine Menschen. Und jetzt ist das alles wieder da, durch die wunderschöne Unmittelbarkeit des Rennradfahrens.

Weiter gehts im Dreiländereck über den Predil nach Slowenien in das traumhaft schöne Socia-Tal. In Görz sind wir dann wieder in Italien und nach dem Karst geht es hinab nach Duino. Von Beginn an beschummle ich mich selbst und denke, dass ich ja schon einmal einen 300er gefahren bin. Nur hier kommt dann halt nochmal ein 70er dazu. Aber der erste Blick aufs Meer ist einfach großartig. Ans Meer gefahren aus eigener Kraft – und mit einem super Team.