Mallorca im März

Da geht einem gar nichts ab ...

Mallorca im März bedeutet: die ganze Insel fährt Rennrad. Traumhafte Bedingungen im Club Pollentia im Nordosten der Insel. Fast nur Rennradfahrer und Triathleten, alle mit glänzenden Augen und voller Tatendrang.

Diesmal sind wir zu acht, bunt gemischt. Aber doch sind einige gemeinsam über hundertmal Staatsmeister geworden. Aber in einer anderen Sportart, der Leichtathletik, und auch schon vor ziemlich langer Zeit …

Rennradfahrer und Triathleten erkennt man schon beim Frühstück an ihren glänzenden Augen.

Schön ist so ein Ringelspiel – der erste 300er

Um 4:30 läutet der Wecker, was gar nicht notwendig wäre. Das folgende Frühstück aus Broten, Früchten und Reis schmeckt großartig. Wenn auch die erste – kleine – Hölle schon hör- und sichtbar ist. In den Teich vor dem Fenster fallen die ersten Tropfen, gefolgt von einem richtigen Regen. Es ist der einzige in der ganzen Woche. Auch wenn die Hoffnung bleibt, das Regengewand benötigt nach dem Ablegen zwei der sechs Trikottaschen und belegt damit wertvollen Stauraum für die Verpflegung. Der 300er soll ja Solo und ohne Labestationen gemeistert werden.

Die erste Stunde gehts im Dunkeln auf kleinen Nebenstraßen rauf Richtung Berge im Norden. Dann wird der Regen schwächer und der Sonnenaufgang ist wunderbar. Die folgende Küstenstrasse gehört zu den schönsten die ich kenne. Dann kommt die Einfahrt nach Palma und die Hölle beginnt. Eineinhalb Stunden Irrfahrt neben und teils über Stadtautobahnen, irrtümlich am Flughafen angelangt mit vier Ausfahrtsstraßen, die allesamt Autobahnen sind. Erst als sich die Ausfahrt aus diesem Labyrinth abzeichnet gibt es ein wunderbares Schinkenweckerl  samt Espresso an einer Bar. Die Trikotaschen werden damit gefüllt und das halbe Weckerl gegessen während der Vollgasfahrt über das Kopfsteinpflaster des Ballermann. 

Im Süden zeigt sich Mallorca wieder von der höllenfreien Seite und weiterhin bei bestem Wetter. Der letzte Hunderter wird bei einer Bar mit einem Espresso eingeleitet. Die letzte Stunden im Dunkeln auf Feldwegen bringt nochmals kilometerlang einen riesigen Baugraben am Straßenrand. Versteuern sollt man sich besser nicht, dann ist man eher weg. Das Abendessen ist großartig!

Und am nächsten Tag war die Madonna wieder am Bachufer

Kurz nach der christlichen Rückeroberung Mallorcas im Jahr 1229 findet ein Bub namens Lluc zwischen den Felsen am Ufer des Baches hinter der heutigen Sakristei des Santuari de Lluc die heute verehrte Marienstatue der Mare de Déu de Lluc. Die Figur wurde noch am selben Tag in die Pfarrkirche von Escorca gebracht. Als die Bewohner der Region am nächsten Morgen zusammenkamen um die Madonnenstatue zu verehren, war sie jedoch wieder an der Stelle ihres ursprünglichen Fundortes am Bachufer.

Diese seltsame Wanderung wiederholte sich mehrmals, bis sich der Pfarrer von Escorca entschloss, dem Standbild der Gottesmutter Maria am Fundort eine kleine Kapelle zu errichten. Daraus entstand das Heiligtum Lluc das von Patres verwalten und nicht von Mönchen bewohnt wird.  Es ist ein Wallfahrtsort im Gebirge der Serra de Tramuntana im Nordwesten und gilt als spirituelles Zentrum der Insel.

1.000 Kilometer und 15.700 Höhenmeter in einer Woche